Methoden im Schülermagazin

Die Materialien und Arbeitsaufträge des Medienpakets „Frieden und Sicherheit“ motivieren dazu, ein breites Spektrum verschiedener Methoden und Arbeitstechniken einzusetzen. Zum Einsatz kommen unter anderem unterschiedliche Sozialformen, die Vermittlung von Medienkompetenzen durch Internetrecherche und Analyse der Berichterstattung zu verschiedenen Themen des Schülermagazins, Informationsgewinnung mittels Online-Recherche, bewusste Wertereflexion und Positionsbildung, kooperatives Lernen, Übungen zur interkulturellen Kompetenz sowie empirische Informationsgewinnung mit dem Ziel einer differenzierten, begründeten und kriterien- oder kategoriengestützten Urteilsfähigkeit.

Pro-Kontra-Debatte

  1. Zunächst müssen Sie sich in Ihrer Lerngruppe mit demThema, dem Problem oder der Fragestellung vertraut machen. Führen Sie in einer Abstimmung ein erstes Meinungsbild herbei: Wie stehen Sie zu dem Problem oder der Frage?
  2. Bilden Sie nun Gruppen für die jeweilige Position, ambesten per Los. Es geht nämlich jetzt nicht um die eigene Meinung zu dem Problem, sondern darum, Begründungen für einen Standpunkt vorzutragen, in den man sich hineinversetzt.
  3. Die Gruppen setzen sich nun anhand von Materialien vertiefend mit „ihren“ Positionen auseinander und erarbeiten begründete Standpunkte. Dabei sollten Sie auch Argumente der gegnerischen Partei erkennen und überlegen, wie man diese widerlegen kann. Anschließend bestimmen Sie die Gruppensprecherin oder den Gruppensprecher (2 oder 3).
  4. Für die Durchführung der Debatte wird eine geeigneteSitzordnung hergestellt: Vorne sollen die Gesprächsleiter sitzen (dies können Schüler oder Lehrer sein), an zwei sich gegenüberstehenden Längstischen sitzen die „Parteien“, hinten die übrigen Schüler als Beobachter.
  5. Die Gesprächsleiter eröffnen das Streitgespräch oder die Pro-Kontra-Debatte, begrüßen die Zuschauer, nennen das Thema, stellen die Gesprächsteilnehmer vor und erklären den Ablauf der Debatte. Anschließend halten die Gruppensprecher jeweils einen rund dreiminütigen Eingangsvortrag (Statement). Danach erfolgt in Rede und Gegenrede der Austausch der Argumente und Gegenargumente (rund 15 bis 20 Minuten).
  6. In der Auswertung der Debatte fordern die Gesprächsleiter die Beobachter auf mitzuteilen, welche Argumente sie überzeugend fanden und welche nicht. Außerdem sollen sie ihren Gesamteindruck wiedergeben und sagen, was gut war und was ihnen nicht gefallen hat.
  7. Zum Abschluss der Debatte wird noch einmal eine Abstimmung über die Ausgangsfrage durchgeführt. Das Ergebnis wird mit dem ersten Abstimmungsergebnis verglichen. Wenn es Unterschiede gibt, sollten die Ursachen dafür diskutiert werden.

(nach: Lothar Scholz: Pro-Kontra-Debatte, Methoden-Kiste der Bundeszentrale für politische Bildung, 8. Auflage 2018, Bonn, Seite 30 f.)

Analyse einer Karikatur

Als Einstieg in die Thematik oder um eine öffentliche Debatte über umstrittene politische Konzepte zu veranschaulichen, üben sich die Lernenden darin, ironische Anspielungen und politische Satire anhand zeichnerischer Elemente zu entschlüsseln und die Intention des Zeichners/der Zeichnerin zu deuten. Hierfür untersuchen die Schülerinnen und Schüler die Karikatur in drei Schritten (mit möglichen Leitfragen):

BESCHREIBUNG: Was ist auf dem Bild zu sehen?

DEUTUNG: Was soll dargestellt werden? Welchen Gesamtzusammenhang gibt es?

BEURTEILUNG: Aussage der Karikatur beurteilen, eigenes Urteil zu der Aussage des Karikaturisten/der Karikaturistin fällen, Bewertung aufgrund des eigenen Fachwissens, mögliche Anschlussfragen formulieren
 

Essay schreiben

Ziel eines Essays ist es, ein bestimmtes Thema oder eine These aus verschiedenen Perspektiven schriftlich zu diskutieren. Die Lernenden entwickeln eine eigene Position und stellen diese dem Leser/der Leserin vor. Im Gegensatz zu einer Diskussion im Plenum können sie sich hier mit einem Gegenstand intensiv auseinandersetzen und das bisher im Unterricht erarbeitete Fachwissen anwenden. Ein Essay besteht immer aus drei Teilen:

EINLEITUNG: These, Vorstellung eines Problems oder eine zentralen Fragestellung, Einbettung in einen Kontext

HAUPTTEIL: Argumentationslinie, eigene Argumente und Gegenargumente abwägen, Fachwissen und weitergehendes Material zu Stützung der Argumentation anführen und diskutieren

SCHLUSS: Fazit, kurze und prägnante Zusammenfassung des eigenen Standpunkts, Formulierung weiterer, sich anschließender Fragen
 

Talkshow

Bei einer Talkshow im Unterricht werden in einem inszenierten Streitgespräch beispielsweise umstrittene politische Entscheidungen oder kontroverse Gesetzesvorhaben verhandelt. Dabei gibt es eine Recherche-, Debatten- und Reflexionsphase.

 

Jeweils vor und nach der Debattenphase kann eine Abstimmung über die Streitfrage durchgeführt werden, deren Ergebnisse einem Vergleich unterzogen werden können.

 

  • Wer steht sich in diesem Interessen-konflikt gegenüber? (Kurzbeschreibung der Konfliktparteien)
  • Standpunkte der Kontrahenten zum Thema der Talkshow
  • Argumente für die jeweilige Position
  • Diskussionsverhalten (Bewertungsraster: ++, +, +/–, –, –– mit Begründung)

 

 

(nach: Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg (LpB): „Politik & Unterricht“, Heft 1/2 – 2015, 41. Jahrgang, Seite 21f.)

ROLLENVORSCHLÄGE FÜR DIE HISTORISCHE TALKSHOW

Diskutanten/Rollen:

  • Konrad Adenauer (Pro-Position, Politiker CDU, Bundeskanzler)
  • Gustav Heinemann (Kontra-Position, Politiker CDU/GVP dann SPD)
  • junger Mann (Kontra-Position als Betroffener einer möglichen Wehrpflicht)
  • Frau, um die 40 Jahre alt (Pro-Position – alleinerziehende Mutter, Ehemann im Zweiten Weltkrieg getötet, Befürworterin ein starken Westintegration)
  • Moderatorin/Moderator


PLAKAT/PRÄSENTATION

Eine Präsentation ist ein mündlicher, möglichst frei gehaltener Vortrag einer Schülerin beziehungsweise eines Schülers oder einer Gruppe von Lernenden zu einem thematisch eingegrenzten Thema. Sie stützt sich auf visuelle Medien wie Overheadfolien, PowerPoint-Folien, ein Handout oder ein Plakat. Die Konzeption, Vorbereitung und Durchführung der Präsentation liegt dabei in der Verantwortung der Schülerinnen und Schüler. Mithilfe eines vorher festgelegten Kriterienkatalogs können die Zuhörerinnen und Zuhörer die Präsentation bewerten und den Präsentierenden ein fundiertes Feedback geben.


MINDMAP/SCHAUBILD ENTWERFEN

Die Visualisierung von Sachverhalten, die eine Vielzahl von Nebenaspekten und vernetzten Zusammenhängen aufweisen, ist ein Mittel der Ergebnissicherung, beispielsweise nach einem Brainstorming oder einer Diskussion im Plenum. Hierbei können auch Pro- und Kontra-Argumente zu einem Thema als Arbeitsgrundlage für Erörterungen strukturiert gebündelt werden.

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Download: Schüler

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Arbeitsblätter für den Unterricht

Brexit, Cybersicherheit, Klimagerechtigkeit, Krieg in Syrien, Bürgerkrieg in Libyen, UN-Migrationspakt: Regelmäßig erscheinen neue Arbeitsblätter zu aktuellen Themen der Sicherheitspolitik.
Bereits veröffentlichte Arbeitsblätter sind hier chronologisch sortiert.