Methodisch-didaktische Überlegungen

Die Inhalte von „Frieden und Sicherheit“ wurden nach sorgfältiger Auswertung der Lehr- und Bildungspläne und der Einheitlichen Prüfungsanforderungen (EPA) für das Abitur erstellt. Sie sind maßgeblich für den Einsatz im Fach Politik, Sozialkunde oder Gemeinschaftskunde in der Sekundarstufe II gedacht. Die Materialien bieten aber auch Anknüpfungspunkte für den Wirtschafts-, Geografie- und Ethikunterricht. 

Das Material möchte zu diesen Anforderungen an den Unterricht einen Beitrag leisten. Es stellt eine Ergänzung zu den klassischen Lehrwerken im Unterricht der Sekundarstufe II dar, indem es aktuelles Material zu den Themen Frieden und Sicherheit didaktisch aufbereitet. Auf Doppelseiten präsentiert das Schülermagazin sicherheitspolitische Themen, Strategien und Bündnisse in der deutschen, europäischen und internationalen Politik sowie Ansätze und Herausforderungen für die kommenden Jahre.

Dabei ist das Material so gewählt, dass die Schülerinnen und Schüler ausgehend von einem aktuellen Problem oder Beispiel zu einer Erarbeitung grundlegender Informationen und abschließend zu einer Debatte geleitet werden. Sie können hierdurch das neu Gelernte anwenden und werden zum Weiterdenken angeregt.

Die vorliegende Lehrerhandreichung enthält zusätzliches Material und zwei vertiefende Debatten, die ergänzend im Unterricht eingesetzt werden können. Jedes Thema ist mit weiterführenden Internetadressen versehen, auf denen sich die Schülerinnen und Schüler informieren können. Darüber hinaus wurden zu jedem Kapitel Arbeitsvorschläge erstellt, die stets dreistufig aufgebaut sind und somit alle Anforderungsbereiche (Reproduktion, Reorganisation/Transfer und Reflexion/Problemlösung) abdecken. Jeder Arbeitsvorschlag ist mit einem Operator versehen, mit dessen Hilfe die Schülerinnen und Schüler erfahren, welche Tätigkeit beim Bearbeiten der jeweiligen Aufgabe von ihnen erwartet wird.

Bei der Erstellung der Arbeitsvorschläge wurde darauf geachtet, dass unterschiedliche Sozialformen sowie verschiedene politikdidaktische und allgemeinpädagogische Methoden zum Einsatz kommen. Hierdurch werden die Schülerinnen und Schüler in der Anwendung dieser Methoden geschult, gleichzeitig können sie sich den Themen des Schülermagazins durch verschiedene methodische Zugänge erfolgreich nähern.

Leitend für die Zusammenstellung des Materials ist der Beutelsbacher Konsens mit den drei Grundprinzipien Überwältigungsverbot, Kontroversität und Schülerorientierung, der seit 1976 den Standard für den Politik- und Geschichtsunterricht darstellt.

Beispiele: Bezüge zu den Lehr- und Bildungsplänen

(ausgewählte Bundesländer)

Das Schülermagazin und die ausgewählten Debatten dieser Lehrerhandreichung sind anschlussfähig an die Lehr- und Bildungspläne der Bundesländer. Nachfolgende Auszüge aus den aktuellen Bestimmungen ausgewählter Bundesländer verdeutlichen dies. Die Auswahl der Themen des Schülermagazins fand nach einer umfangreichen Auswertung der jeweiligen Vorgaben statt.

Einheitliche Prüfungsanforderungen in der Abiturprüfung

Sozialkunde/Politik (EPA)

  • kontroverse Positionen zu einem aktuellen Fall aus Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und Recht nach impliziten Werthaltungen, verfolgten Interessen der Beteiligten und möglichen Auswirkungen hinterfragen und zu einem eigenen, von Kriterien oder Kategorien geleiteten Urteil komme
  • Ansätze zur Lösung von nationalen und internationalen Problemen entwickeln und begründen
  • Logiken und Mechanismen medialer Politikinszenierung entschlüsseln
  • divergierende politische Grundhaltungen hinter kontroversen politischen Positionen identifizieren
  • sich die Fähigkeit aneignen, am öffentlichen, demokratischen Prozess der Meinungsbildung und der Entscheidungsfindung teilzunehmen

Inhalts- und Problemfelder

  • Sicherung, Weiterentwicklung und Gefährdung der Demokratie
  • Ausgleich nationaler und internationaler Disparitäten
  • Durchsetzung der Menschen- und Bürgerrechte
  • Sicherung des Friedens und Verfahren möglicher Konfliktlösung
  • Dimensionen und Perspektiven der Europäischen Union
  • Konfliktregelung und Friedenssicherung
  • Internationalisierung und Globalisierung

SACHSEN:

Gemeinschaftskunde/Rechtserziehung/Wirtschaft, Gymnasium, Grundkurs Klasse 11

LERNBEREICH 1:
INTERNATIONALE POLITIK IN DER GLOBALISIERTEN WELT

  • Kennen der weltpolitischen Situation des 21. Jahrhunderts:
    – Theorien internationaler Beziehungen 
    – Akteure internationaler Politik
  • Beurteilen der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) der Europäischen Union
  • Beurteilen globaler politischer Strukturen und Prozesse (…)
  • Sich positionieren zu Konfliktregelungsmustern des 21. Jahrhunderts und deren Vermittlung in den Medien

NORDRHEIN-WESTFALEN:

Sozialwissenschaften, Gymnasium, Sekundarstufe II

INHALTSFELD 7:
GLOBALE STRUKTUREN UND PROZESSE / SACHKOMPETENZ

Die Schülerinnen und Schüler

  • erläutern die Friedensvorstellungen und Konzeptionen unterschiedlicher Ansätze der Konflikt- und Friedensforschung (unter anderem der Theorie der Strukturellen Gewalt),
  • unterscheiden und analysieren beispielbezogen Erscheinungsformen, Ursachen und Strukturen internationaler Konflikte, Krisen und Kriege,
  • erläutern an einem Fallbeispiel die Bedeutung der Grund- und Menschenrechte sowie der Demokratie im Rahmen der internationalen Friedens- und Sicherheitspolitik,
  • erläutern fallbezogen Zielsetzung, Aufbau und Arbeitsweise der Hauptorgane der UN,
  • analysieren politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Auswirkungen der Globalisierung (unter anderem Migration, Klimawandel, nachhaltige Entwicklung),
  • erläutern exemplarisch Konzepte und Erscheinungsformen der Global Governance für die zukünftige politische Gestaltung der Globalisierung.

​​​​​URTEILSKOMPETENZ

Die Schülerinnen und Schüler

  • bewerten unterschiedliche Friedensvorstellungen und Konzeptionen der Konflikt- und Friedensforschung hinsichtlich ihrer Reichweite und Interessengebundenheit,
  • erörtern an einem Fallbeispiel internationale Friedens- und Sicherheitspolitik im Hinblick auf Menschenrechte, Demokratievorstellungen sowie Interessen- und Machtkonstellationen,
  • beurteilen Ziele, Möglichkeiten und Grenzen der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik als Teil von EU und UN,
  • beurteilen die Struktur der UN an einem Beispiel unter den Kategorien Legitimität und Effektivität,
  • beurteilen Konsequenzen eigenen lokalen Handelns vor dem Hintergrund globaler Prozesse und eigener sowie fremder Wertvorstellungen.
     

HAMBURG:

Politik – Gesellschaft – Wirtschaft, Sekundarstufe II

GLOBALE PROBLEME/INTERNATIONALE POLITIK

Die Schülerinnen und Schüler befassen sich ausgehend von einer Fallanalyse mit den grundlegenden Fragen,

  • welche Interessen und Strukturen internationale Beziehungen bestimmen
  • vor welchen zentralen Herausforderungen die deutsche und europäische Außenpolitik sowie das internationale System aktuell stehen
  • wie das internationale System zukünftig gestaltet werden soll.

DAS SYSTEM INTERNATIONALER BEZIEHUNGEN

Wandel der internationalen Beziehungen nach dem Ost-West-Konflikt; Beitrag zur Lösung internationaler Konflikte durch die deutsche und europäische Außenpolitik sowie durch internationale Institutionen und Organisationen (zum Beispiel EU, UNO, NATO, NGOs)

INTERNATIONALE KONFLIKTLÖSUNGSSTRATEGIEN

Militärische und nichtmilitärische Konfliktlösungsstrategien, Debatte um Universalität der Menschenrechte, Intervention versus Souveränität; aktuelle internationale Konflikte, aktuelle Debatten und Verhandlungen über internationale Konflikte (zum Beispiel Nahostkonflikt) und global wirkende Umweltprobleme (zum Beispiel Klimawandel oder Ressourcenknappheit)

ZUKUNFT DER INTERNATIONALEN BEZIEHUNGEN

Szenarien zu möglichen Entwicklungstendenzen der internationalen Beziehungen (zum Beispiel „Clash of Civilisations“ versus „Dialog der Kulturen“) sowie zur zukünftigen Gestaltung supranationaler Institutionen („Weltinnenpolitik“)

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Arbeitsblätter für den Unterricht

Brexit, Cybersicherheit, Klimagerechtigkeit, Krieg in Syrien, Bürgerkrieg in Libyen, UN-Migrationspakt: Regelmäßig erscheinen neue Arbeitsblätter zu aktuellen Themen der Sicherheitspolitik.
Bereits veröffentlichte Arbeitsblätter sind hier chronologisch sortiert.