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Frieden & Sicherheit-Zusatzmaterial: Ressourcenknappheit und Energiesicherheit

Zusatzmaterial: Ressourcenknappheit und Energiesicherheit

Zusatzmaterial zum Schülermagazin (Seiten 8/9)

Nachhaltigkeit als Leitmotiv der Außenpolitik

Klimawandel, zunehmender Druck auf die Ressourcen und eine ungebrochene weltweite wirtschaftliche Dynamik bei gleichzeitigem Bevölkerungswachstum machen eine Transformation der Weltwirtschaft hin zu kohlenstoffarmen und ressourceneffizienten Modellen zwingend. Eine solche weltweite Transformation wird möglicherweise nicht völlig ohne internationale Verwerfungen stattfinden. Staaten und Volkswirtschaften, die von der Produktion fossiler Energieträger abhängen oder deren Prosperität von der Verfügbarkeit fossiler Energie abhängt, müssen sich umorientieren. […] Der einsetzende Klimawandel bedroht nicht nur die Umwelt und damit unsere Lebensgrundlagen, sondern könnte auch regionale und internationale Spannungen verstärken. Der Anstieg der globalen Temperatur ist eine Bedrohung für die Menschen weltweit. Der Klimawandel könnte für Millionen von Menschen den Zugang zu Nahrung und Trinkwasser in Frage stellen. Ohne diese Ressourcen kann das fundamentalste Menschenrecht, das Recht zu leben, nicht gewährleistet werden. Damit ist deutlich: Klimawandel kann genauso schädlich und zerstörerisch sein wie kriegerische Auseinandersetzungen und ist damit eine der größten außenpolitischen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts.


Quelle: Auswärtiges Amt (Hrsg.): „Ressortbericht des Auswärtigen Amts zur Vorlage im Staatssekretärsausschuss für Nachhaltigkeit“, März 2013, S. 2-3.

 

Herausforderungen für die Sicherheitspolitik

Freie Handelswege und eine gesicherte Rohstoffversorgung sind für die Zukunft Deutschlands und Europas von vitaler Bedeutung. Die Erschließung, Sicherung von und der Zugang zu Bodenschätzen, Vertriebswegen und Märkten werden weltweit neu geordnet. Verknappungen von Energieträgern und anderer für Hochtechnologie benötigter Rohstoffe bleiben nicht ohne Auswirkungen auf die Staatenwelt. Zugangsbeschränkungen können konfliktauslösend wirken. Störungen der Transportwege und der Rohstoff- und Warenströme, z. B. durch Piraterie und Sabotage des Luftverkehrs, stellen eine Gefährdung für Sicherheit und Wohlstand dar. Deshalb werden Transport und Energiesicherheit und damit verbundene Fragen künftig auch für unsere Sicherheit eine wachsende Rolle spielen.


Quelle: Bundesministerium der Verteidigung (Hrsg.), „Verteidigungspolitische Richtlinien: Nationale Interessen wahren – Internationale Verantwortung übernehmen – Sicherheit gemeinsam gestalten“, 27.5.2011, S. 3-4.

 

Der Wassermangel hat die Konflikte in Nahost verschärft

Weil Trinkwasser knapp wird, wächst die Gefahr von Kriegen, warnt Benjamin Pohl vom Thinktank „adelphi“:

 

Pohl: Wir glauben, dass es in Zukunft viele Konflikte geben wird – wenn die Politik nicht handelt. […] Überall dort, wo ein großer Fluss durch das Gebiet mehrerer Staaten fließt, die auf sein Wasser angewiesen sind: am Nil, am Mekong, am Brahmaputra. […] Im gesamten Nahen Osten ist die Lage ebenfalls heikel. […] Die Staaten des Nahen Ostens […] haben Grundwasserreserven für Landwirtschaft und Industrie abgepumpt. […] Zugleich ist die Bevölkerung in den arabischen Ländern stark gewachsen und der Lebensstandard ist regional unterschiedlich gestiegen. Beides erhöht den Bedarf an Waren, für deren Produktion immer mehr Wasser verbraucht wird. Der Klimawandel verschärft das Problem obendrein. In Syrien und Irak kann man die Konsequenzen schon beobachten: Die Böden versalzen massiv, die Ernten werden schlechter. Der soziale Druck wächst – das führt zu Konflikten. […] Wenn es irgendwo auf der Welt Probleme gibt, holen wir sie uns mit den Importen ins eigene Land. Es fängt schon damit an, dass manche Produkte vielleicht irgendwann nicht mehr geliefert werden können, weil es kein Wasser mehr gibt, oder damit, dass durch Kriege Absatzmärkte wegbrechen. Das trifft auch unseren Wohlstand – und politische Stabilität hängt von wirtschaftlichem Wohlstand ab.


Quelle: Alexandra Endres, „Der Wassermangel hat die Konflikte in Nahost verschärft“, in: Zeit Online, 3.9.2014.


Arbeitsaufträge:

Plenum:
Arbeiten Sie anhand der Materialien heraus, welche Rolle eine nachhaltige Wirtschaftsordnung und nachhaltiger Konsum auf die internationale Sicherheitspolitik hat.

 

Plenum:
Erschließen Sie, welche Bedeutung die aufstrebenden, bevölkerungsreichen Volkswirtschaften wie Indien, China oder Brasilien im Zusammenhang mit Ressourcenverteilung und -sicherung haben.

 

Partnerarbeit:
Entwerfen Sie ein Cluster, das Ihre Assoziationen zum Thema Ressourcensicherung abbildet. Der Begriff „Ressourcenverknappung“ bildet dabei das Zentrum des Clusters. Notieren Sie um dieses Zentrum herum Begriffe, die Ihnen spontan dazu einfallen. Jedes neue Wort ergibt wieder einen neuen Kern, der weitere Assoziationen auslöst.

 

Einzelarbeit:
Schreiben Sie anhand der Assoziationskette Ihres Clusters einen Essay, der Ihre Gedankengänge und die Zusammenhänge aufgreift.

Online-Magazin

Abbildung Schülermagazin 2019

Das aktuelle Schülermagazin Frieden & Sicherheit können Sie hier als PDF-Datei herunterladen.

Nachschlagen

Hier finden Sie eine kommentierte Linksammlung zu Themen der Friedens- und Sicherheitspolitik sowie zu weiterführenden Angeboten der schulischen und außerschulischen politischen Bildung.

Herausgeberin

 

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