Frieden & Sicherheit

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28.01.2005

Strategien für den Frieden


Strategien für den Frieden

Entwicklungspolitik

Gewaltsame Konflikte gehen oft auf wirtschaftliche und soziale Ungleichheiten zurück. Umweltzerstörung, knappe Ressourcen und Klimaveränderungen verschärfen die Situation. Zahlreiche Helfer engagieren sich in Initiativen für Menschenrechte, Entwicklung und Frieden oder gegen Hunger, Armut und Krankheiten und tragen so zur Völkerverständigung bei – in Deutschland oder vor Ort.

Arm und Reich

Zwischen Nord und Süd, West und Ost sowie innerhalb vieler Gesellschaften klafft eine Schere: Nur 20 Prozent der Weltbevölkerung besitzen 85 Prozent des globalen Einkommens. Die ärmsten 20 Prozent verfügen lediglich über 1,4 Prozent der Einnahmen. Die Unterschiede zwischen Arm und Reich werden immer größer. Mehr als eine Milliarde Menschen weltweit müssen mit weniger als einem Dollar pro Tag auskommen. Hinzu kommt, dass die meisten Kriege und Konflikte in Entwicklungsländern stattfinden.

Nach einem Luftangriff der israelischen Armee im Gazastreifen Wo es keinen Rechtsstaat gibt, demokratische Strukturen fehlen, Menschenrechte missachtet werden, die kulturelle und soziale Identität der verschiedenen Bevölkerungsgruppen zerstört wird, brechen Gesellschaften auseinander, entsteht ein Nährboden für Gewalt. Wenn Naturkatastrophen geschehen, werden uns Armut und Not auf der Welt besonders deutlich.

Ziele der deutschen Entwicklungspolitik

In der Entwicklungspolitik kommt der Armutsbekämpfung eine entscheidende Bedeutung zu. Sie wird für die Entwicklung eines Landes als ausschlaggebend gesehen. Armut ist häufig sowohl Folge als auch Ursache bewaffneter Konflikte. Die Zerstörung von natürlichen Ressourcen sowie Konflikte um Boden oder Wasser bestimmen heute schon den Alltag von Millionen Menschen.

Entwicklungszusammenarbeit ist mehr als eine Frage der Gerechtigkeit und der Solidarität: Es geht auch um die Zukunft der Industrieländer – denn kein Teil der Welt kann sich sicher fühlen, wenn nicht in allen Teilen der Welt Menschen sicher leben können. Aus dieser Erkenntnis heraus ist Entwicklungspolitik Teil einer umfassenden Friedens- und Sicherheitspolitik. Leitlinie für das politische Handeln der Bundesregierung ist die so genannte Millenniumserklärung, die die UN-Generalversammlung im September 2000 verabschiedet hat. Auf dieser Basis wurde das „Aktionsprogramm 2015“ entwickelt.

Aktionsprogramm 2015

Mit diesem ressortübergreifenden Programm leistet die Bundesrepublik ihren Beitrag bei der Umsetzung der internationalen Gemeinschaftsziele. Die zehn wichtigsten Punkte des Programms sind: (Quelle: Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit, www.bmz.de)

Globalisierung

Was in anderen Teilen unseres Globus geschieht, wird in zunehmendem Maße wichtig für uns. Gesellschaften sind weltweit immer enger miteinander vernetzt. Das wirkt sich auch auf die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Verhältnisse der Menschen aus. Die Globalisierung wird vor allem vorangetrieben durch:

Politik: Staatsgrenzen verlieren an Bedeutung; seit dem Ende des Kalten Krieges können sich die Menschen auf der Welt freier bewegen.

Gesellschaft: Tradition und soziale Beziehungen (Familie, Heimat, Brauchtum, Normen) verlieren an Bindungskraft. Dadurch fühlen sich die Menschen geografisch, mental und emotional unabhängiger, gleichzeitig aber auch orientierungsloser und unsicherer.

Wirtschaft: Der weltweite Handel, multinationale Konzerne sowie die Finanzmärkte sind stark miteinander verknüpft. Regionale Probleme, wie die Krise der Immobilienwirtschaft in den USA im Jahr 2008, können sogar zu einer weltweiten Rezession führen.

Technik: Durch die Fortschritte in der Verkehrs- und Kommunikationstechnik werden Produkte und Ideen schneller verbreitet.

Hilfsaktionen von Schülern

Aktion Tagwerk

„Tagwerk NRW“ ist eine landesweite Schulaktion, bei der Schülerinnen und Schüler für Gleichaltrige in Entwicklungsländern Geld sammeln: Ältere „Tagwerker“ jobben für ein paar Stunden, die Jüngeren werden bei Flohmärkten, Konzerten oder Sponsorenläufen aktiv. Mit dem verdienten Geld unterstützen sie Schul- und Ausbildungsprojekte in Indien, Kolumbien und Südafrika. Rund 74.000 Schülerinnen und Schüler aus 247 Schulen in Nordrhein-Westfalen (NRW) ließen am bundesweiten Aktionstag 2008 und Höhepunkt der Kampagne Aktion Tagwerk – „Dein Tag für Afrika“ ihre Schultaschen zu Hause. Sie gingen arbeiten und spendeten ihren Erlös an Bildungsprojekte des Aktion-Tagwerk-Projektpartners Human Help Network. Der Erlös aus Nordrhein-Westfalen betrug rund 650.000 Euro.
(Quelle: Aktion Tagwerk, www.aktion-tagwerk.de)

Sozialer Tag

Seit 2006 findet jedes Jahr ein bundesweiter Sozialer Tag statt. Schülerinnen und Schüler packen im Garten an, waschen das Auto vom Nachbarn oder helfen im Eiscafé um die Ecke. Sie suchen sich einen Tagesjob und spenden ihren Lohn. Welche Projekte vom Erlös des Sozialen Tages unterstützt werden, entscheiden die Schülerinnen und Schüler selbst. Einmal im Jahr findet ein großes Projektauswahltreffen statt, zu dem jede Schule, die sich zum Sozialen Tag angemeldet hat, zwei Schüler schicken kann. (Quelle: Schüler Helfen Leben e. V., www.schueler-helfen-leben.de, www.sozialertag.de)
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Leben in Armut Grafik Leben in Armut

Links Entwicklungspolitik

+++ Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: www.bmz.de +++ Bundesregierung > Politikthemen / Außenpolitik und EU / Entwicklungspolitik: www.bundesregierung.de +++ Verband Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen: www.venro.org +++

Weiterdenken

Plenum: „Der Frieden ist das Werk der Gerechtigkeit“ – was bedeutet dieser Spruch von Papst Pius XII. in globaler Hinsicht? Diskutieren Sie gemeinsam.

Plenum: Erläutern Sie die Daten im Schaubild „Leben in Armut“. Welche Region stufen Sie als die problematischste ein? Warum?

Partnerarbeit: Suchen Sie zu zweit aus den zitierten Punkten des „Aktionsprogramms 2015“ die fünf heraus, die Sie für die wichtigsten halten. Verteidigen Sie Ihre Auswahl vor den anderen Teams, indem Sie begründet Stellung nehmen.

Lehrer-Info

Methodische und didaktische Hinweise zu diesem Kapitel finden Sie hier.

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