Unterrichtsanregungen zum Magazin
Bündnisse für mehr Sicherheit: Zivil-Militärische Zusammenarbeit
Nach dem Krieg ist vor dem Frieden. Die Einsätze der Bundeswehr im Kosovo und in Afghanistan verdeutlichen das Konzept der vernetzten Sicherheit, zu der auch Formen der Zivil-Militärischen Zusammenarbeit gehören.A) Vorschläge für den Unterricht
Textarbeit
Greifen Sie auf Ihre Überlegungen zur vernetzten Sicherheit zurück und suchen Sie auf der Doppelseite am Beispiel des Afghanistan-Einsatzes Belege und Beispiele für dieses Konzept.Unterrichtsgespräch
Erläutern Sie das Konzept der Zivil-Militärischen Zusammenarbeit am Beispiel des Textes „Kundus, Faisabad und Masar-e Scharif“. Welche Aufgabenteilung wird hier zwischen Militär und zivilen Hilfsorganisationen beschrieben? Warum nimmt die Bundeswehr selbst kleinere Hilfs- und Entwicklungsprojekte in die Hand? Welche Chancen hätten Hilfsorganisationen zurzeit in Afghanistan, wenn die Bundeswehr mit den Partnerstaaten nicht vor Ort wäre?B) Vertiefung
Begriffsklärung
„Peacekeeping bekämpft die Symptome, Peacebuilding die Ursachen. Daher müssen Aktivitäten des Peacebuilding bereits frühzeitig – wo immer möglich schon während der akuten Krisenbewältigung – Hand in Hand mit den Aktivitäten des Peacekeeping gehen.“ (Gernot Erler, Staatssekretär im Auswärtigen Amt, in: Y. Magazin der Bundeswehr, Oktober 2008, S. 14)- Was konkret ist mit „Peacekeeping“ und „Peacebuilding“ gemeint? Was bedeuten sie im Maßnahmenkonzept der Vereinten Nationen?
- Wenden Sie das Zitat von Gernot Erler auf die gegenwärtige Situation im Kosovo und in Afghanistan an.
Textauszüge
Kai Eide, UN-Sonderbeauftragter für Afghanistan, im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (6. Mai 2008):- „An erster Stelle steht die Aufgabe, unter afghanischer Führung die Hilfe der internationalen Gemeinschaft so zu koordinieren, dass die bestmöglichen Ergebnisse erreicht werden.“
„In den vergangenen Jahren sind beim Wiederaufbau des Landes erhebliche Fortschritte erzielt worden. Verglichen mit der Herrschaft der Taliban, (…..) hat sich das Leben der meisten Afghanen deutlich verbessert.“
„Unsere Aufgabe ist es dann, den Afghanen zu sagen: Gut, Ihr habt Eure Dokumente (= Entwicklungsstrategie) vorgelegt, die sind künftig die Grundlage für unsere Unterstützung. Wir sind bereit, alle unsere Ressourcen auf die Verwirklichung dieser Pläne zu konzentrieren. Heute gibt es in Afghanistan zu viele verschiedene Aktivitäten einzelner Staaten, verschiedener internationaler Organisationen und der manchmal sogar miteinander konkurrierenden Nichtregierungsorganisationen. Wenn wir das Prinzip ,Afghan ownership’ ernst nehmen, müssen die Pläne und Prioritäten der Regierung respektiert werden. Wir müssen afghanische Verwaltungsstrukturen aufbauen, statt sie, wie es bisher oft geschieht, zu ersetzen. Die afghanische Regierung zu stärken – das ist die größte Herausforderung.“
- Welche Kritik übt Kai Eide? Worin bestehen die Schwierigkeiten einer wirksamen Entwicklungsarbeit?
- Wenden Sie den letzten Abschnitt des Zitats von Verteidigungsminister Franz Josef Jung (siehe Editorial des Magazins / im Heft S. 2) auf die Situation in Afghanistan an.


