Frieden & Sicherheit

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28.01.2005

Krisen und Konflikte


Krisen und Konflikte

Massenvernichtungswaffen

Atomare, biologische und chemische Kampfmittel werden als Massenvernichtungswaffen bezeichnet, weil sie sehr viele Menschen gleichzeitig töten können. Vor allem biologische und chemische Waffen sind leicht herzustellen; ihre Verbreitung ist schwer zu kontrollieren. Sie können – im Gegensatz zu Atomwaffen – auch von einzelnen Menschen oder kleinen Gruppen, zum Beispiel terroristischen Organisationen, hergestellt werden.

Verbreitung von Massenvernichtungswaffen

Mehrere Gruppen von Staaten verfügen über Massenvernichtungswaffen. Dazu zählen die fünf offiziellen Atommächte USA, Russland, Großbritannien, Frankreich und China, die den Atomwaffensperrvertrag (siehe S.7) unterzeichnet haben und sich der Kontrolle der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) unterwerfen. Sie haben ihr Atomprogramm immer nur zu Versuchszwecken verwendet – mit Ausnahme der USA: Am Ende des Zweiten Weltkrieges im Jahr 1945 warfen sie zwei Atombomben in Japan ab. In den Städten Hiroshima und Nagasaki kamen Hunderttausende ums Leben oder litten an den Folgen der radioaktiven Strahlung. Seit 1998 sind Indien und Pakistan neue Atommächte. Auch Israel, der Iran und Nordkorea verfügen über ein Atomwaffenprogramm. Keiner dieser Staaten hat bisher den Atomwaffensperrvertrag unterzeichnet.

Plakat mit Fotos der Opfer der irakischen Giftgasangriffe auf den Iran
Biologische Kampfmittel werden zwar produziert, wurden aber bisher nicht von Staaten eingesetzt. Sie können in der Hand von Extremisten gefährliche Waffen werden. Chemische Waffen, zum Beispiel Senfgas, wurden im Ersten Weltkrieg unter anderem von deutscher Seite eingesetzt. Auch heute werden chemische Waffen in vielen Ländern produziert und gelagert. Die USA setzten im Vietnamkrieg das Entlaubungsmittel Agent Orange ein. Im Jahr 1988 bombardierte die irakische Armee kurdische Dörfer im Nordirak mit chemischen Kampfstoffen. Das veranlasste zum Beispiel den Iran, Syrien und Israel, sich ebenfalls solche Waffen zu beschaffen.

Rüstungskontrolle, Abrüstung und Nichtverbreitung

Das wichtigste Instrument zur Kontrolle des Baus und der Verbreitung von Atomwaffen ist der Atomwaffensperrvertrag von 1968. Die Einhaltung der Bestimmungen in den Unterzeichnerstaaten wird von der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) überwacht. Sie kontrolliert regelmäßig alle Nuklearanlagen auf der Welt, um vor allem zu verhindern, dass bei der zivilen Nutzung von Atomenergie heimlich militärisch verwendbares Material abgezweigt werden kann. Schon 1963 wollten die Atommächte mit einem Stopp der Atomtests die Gefahren durch Atomwaffen eindämmen und schlossen den Atomwaffenteststoppvertrag. Der Atomwaffensperrvertrag von 1968 war der zweite Schritt. Als dritte Maßnahme ist 1996 der Vertrag über ein umfassendes Verbot von Atomwaffenversuchen durch die UN-Vollversammlung verabschiedet worden.

Mit den Verträgen zum Verbot chemischer und biologischer Waffen von 1975 und 1997 wurden wichtige Schritte auf dem Weg zu einem vollständigen Verzicht auf biologische und chemische Kampfstoffe getan. Biologische Waffen, wie der Krankheitserreger Anthrax, wurden bereits 1925 mit dem Genfer Giftgasprotokoll geächtet. Seit 1975 ist das Biowaffenübereinkommen in Kraft, das von 167 Staaten unterzeichnet wurde. Chemische Kampfstoffe sind schon im Ersten Weltkrieg verwendet worden.

Das Giftgasprotokoll von 1925 verbot diese Kampfstoffe. An dieses Verbot haben sich die kriegführenden Parteien im Zweiten Weltkrieg gehalten. Nach dem Ende des Ost-West-Konflikts wurde die Teilung Deutschlands und Europas überwunden und es wurden große Waffenarsenale vernichtet. Dadurch sind in Europa Stabilität und Sicherheit entstanden. Im November 1992 trat zudem der Vertrag über Konventionelle Streitkräfte in Europa (KSE-Vertrag) in Kraft, der 1990 durch die damaligen Mitgliedstaaten der NATO und des Warschauer Pakts unterzeichnet worden war. Er begrenzt die Anzahl der Waffensysteme in Europa und schafft Vertrauen durch gegenseitige Meldungen der Bestände und Inspektionen zur Überprüfung.

Verbreitung von Minen und Kleinwaffen

„Im Rahmen der Verhandlungen zum VN-Waffenübereinkommen bemüht sich Deutschland als Vertragsstaat um eine Weiterentwicklung der humanitären Rüstungskontrolle insbesondere bei Antifahrzeugminen und Streumunition. Auch der Kontrolle von Klein- und Leichtwaffen, die in den Konflikten der letzten Jahrzehnte die große Mehrzahl der Opfer verursacht haben, misst Deutschland große Bedeutung bei.

So setzt sich Deutschland insbesondere im Rahmen der VN für die Einführung international einheitlicher Richtlinien für die Genehmigung von Kleinwaffen-Transfers ein und hat die Initiative ergriffen, das Thema der konventionellen Munition auf die rüstungskontrollpolitische Agenda der VN zu bringen. Im Rahmen der bilateralen Zusammenarbeit werden insbesondere afrikanische Staaten bei der Kleinwaffenkontrolle unterstützt.“ (Quelle: Bundesministerium der Verteidigung (Hrsg.): Weißbuch 2006 zur Sicherheitspolitik Deutschlands und zur Zukunft der Bundeswehr, S. 60)
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Länder mit Massenvernichtungswaffen
Grafik Länder mit Massenvernichtungswaffen

Links Massenvernichtungswaffen

+++ Internetangebot des Auswärtigen Amts: www.auswaertiges-amt.de +++ Materialien der Bundeszentrale für politische Bildung:
www.bpb.de +++ Website der Internationalen Atomenergie-Organisation (Englisch): www.iaea.org +++

Weiterdenken

Plenum: „Arabs may have the oil, but we have the matches." (Ariel Sharon) Betten Sie dieses Zitat in den Kontext „Massenvernichtungswaffen“ ein.

Einzelarbeit: Welche Position vertritt Deutschland in Bezug auf Massenvernichtungswaffen? Welche Schritte sind von Regierungsseite geplant oder wurden bereits ergriffen? Fassen Sie den Kasten „Verbreitung von Minen und Kleinwaffen“ in eigenen Worten schriftlich zusammen.

Projekt/Gruppenarbeit: Im Jahr 1962 stand die Welt kurz vor einem atomaren Krieg. Recherchieren Sie den Ablauf der so genannten Kubakrise und erstellen Sie aussagekräftige Poster. Lassen Sie sich die Arbeiten der anderen Gruppen in einer Art Museumsrundgang erklären. Diskutieren Sie gemeinsam, inwiefern sich die heutige atomare Bedrohung von der damaligen unterscheidet.

Lehrer-Info

Methodische und didaktische Hinweise zu diesem Kapitel finden Sie hier.

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