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Meldungen der Woche

August 2009

Jede Woche neu berichtet „Frieden & Sicherheit“ in Kooperation mit dem Report Verlag über neue Entwicklungen im In- und Ausland.

Im Archiv finden Sie die Meldungen ab 2004.

31. August 2009: Historischer Machtwechsel in Japan
In Japan hat die Unterhauswahl am 30. August einen historischen Machtwechsel bewirkt. Die Partei der Demokraten DPJ hat vermutlich mehr als zwei Drittel aller Sitze erlangt. Neuer Regierungschef wird voraussichtlich der 62-jährige Parteichef Yukio Hatoyama. Die regierende Liberaldemokratische Partei LPD von Ministerpräsident Taro Aso musste eine schwere Niederlage hinnehmen. Die LDP regiert Japan seit mehr als einem halben Jahrhundert fast ununterbrochen.

27. August 2009: Humanitäre Krise in Somalia verschärft sich
Nach Angaben der UN-Organisation FSNAU hat die humanitäre Krise in Somalia noch ernsthaftere Ausmaße angenommen. Mehr als 3,7 Millionen Menschen sind auf die Ernährungshilfe angewiesen, 1,4 Millionen haben keine Bleibe und 25 Prozent aller Kinder leiden unter Mangelernährung. Die Kämpfe der letzten Monate haben den Bedarf an Hilfe um mehr als 40 Prozent gesteigert.

26. August 2009: Afrika fordert Geld für Klimaschäden
Afrikanische Staaten fordern von den Industrieländern jährlich 67 Milliarden US-Dollar Entschädigung für die Folgen des Klimawandels. Das wurde auf dem afrikanischen Klimagipfel in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba bekannt. Afrika habe in der Vergangenheit im Gegensatz zu den Industrieländern kaum zum weltweiten Klimawandel beigetragen, leide aber am stärksten unter Dürren, Überschwemmungen und Hungersnöten, hieß es zur Begründung.

25. August 2009: Diplomatischer Eklat zwischen Schweden und Israel
Der in der schwedischen Zeitung „Aftonbladet“ erhobene Vorwurf, Israelis hätten toten Palästinensern Organe gestohlen, hat in Israel Empörung ausgelöst und zu einer schweren diplomatischen Krise geführt. Der israelische Ministerpräsident Netanjahu verlangte, dass die schwedische Regierung den Bericht öffentlich verurteilt. Dies hat die schwedische Regierung mit dem Verweis auf die Meinungs- und Pressefreiheit abgelehnt.

24. August 2009: Begeisterter Empfang für Lockerbie-Attentäter in Libyen
Großbritannien und die USA haben den begeisterten Empfang für den begnadigten Lockerbie-Attentäter Abdel Basset Al-Magrahi in Libyen scharf kritisiert. Meghrabi war im Jahr 2001 von einem schottischen Gericht für schuldig befunden worden, eine Bombe in ein Passagierflugzeug der US-Fluglinie PanAm geschmuggelt zu haben. Die Bombe explodierte kurz vor Weihnachten 1988 über dem schottischen Ort Lockerbie. 259 Passagiere und elf Einwohner der Ortschaft kamen dabei ums Leben. Ein schottisches Gericht hatte den krebskranken Massenmörder vor wenigen Tagen begnadigt.

21. August 2009: Tote bei Präsidentenwahlen in Afghanistan
Die Präsidentenwahlen in Afghanistan sind von zahlreichen blutigen Angriffen mit über 50 Toten überschattet worden. Nach Schließung der Wahllokale kamen neun Polizisten und neun Zivilisten bei Anschlägen und Gefechten ums Leben, 14 Polizisten und 13 Zivilisten wurden verletzt. Verteidigungsminister Wardack erklärte, darüber hinaus seien acht Soldaten getötet und weitere 25 verwundet worden. Vier Selbstmordattentäter hätten sich in die Luft gesprengt. In der nordafghanischen Provinz Baghlan seien 21 Taliban-Kämpfer und der Distrikt-Polizeichef bei Gefechten ums Leben gekommen.

20. August 2009: Bomben-Terror in Bagdad
Bei einem der schwersten Terroranschläge in diesem Jahr sind in Bagdad fast 100 Menschen getötet und vermutlich mehr als 500 verletzt worden. Ziel der offenbar koordinierten Bombenanschläge waren Regierungsgebäude und Wohnviertel in der schwer bewachten „Grünen Zone“ der Stadt. Innerhalb einer Stunde detonierten zehn Bomben. Nach dem Abzug der US-Truppen aus Bagdad wird die „Grüne Zone“ von irakischen Sicherheitskräften bewacht. Beobachter vermuten Sicherheitslücken im Bewachungssystem. Erste Terrorverdächtige wurden angeblich festgenommen.

19. August 2009: Erstmals iranische Ministerien von Frauen geleitet
Erstmals seit der islamischen Revolution von 1979 sollen Ministerien im Iran – vermutlich das Gesundheits- und das Sozialressort – von Frauen geleitet werden. Das kündigte Präsident Mahmud Ahmadinedschad im staatlichen Fernsehen an. Ein drittes Ministerium könne ebenfalls an eine Frau gehen, teilte er mit, ohne konkret zu sagen, um welches Ressort es sich handeln könnte.

18. August 2009: Frachter „Arctic Sea“ gefunden
Das russische Verteidigungsministerium hat mitgeteilt, dass der unter maltesischer Flagge fahrende Frachter „Arctic Sea“ drei Wochen nach seinem Verschwinden 480 Kilometer vor den Kapverdischen Inseln gefunden worden sei. Die 15 russischen Crew-Mitglieder seien gesund auf eine russische Fregatte gebracht worden. Nähere Angaben zu den Umständen der mysteriösen Angelegenheiten machte der russische Verteidigungsminister Serdjukow nicht. Inzwischen sind Gerüchte laut geworden, dass das Schiff nicht nur Holz aus Finnland, sondern eine geheime Ladung an Bord hatte.

17. August 2009: Prozess gegen Oppositionelle im Iran fortgesetzt
Der Massenprozess gegen insgesamt 100 Gegner der Wiederwahl des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad ist fortgesetzt worden. Zum dritten Termin des von der Opposition als Schauprozess kritisierten Verfahrens müssen sich 25 Angeklagte vor dem Volksgerichtshof in Teheran verantworten. Unter den Angeklagten sind auch iranische Mitarbeiter der britischen und der französischen Botschaft sowie die französische Sprachlehrerin Clothilde Reiss.

14. August 2009: Schiff in der Nordsee verschwunden
Der finnische Frachter „Artic Sea“ ist mit einer Ladung Holz an Bord auf seiner Fahrt in der Nordsee spurlos verschwunden. Der letzte Funkkontakt stammt vom 28. Juli. Inzwischen beteiligen sich auch russische Seestreitkräfte an der Suche nach dem Schiff und seiner Crew, zu der auch 15 russische Seeleute gehören. Die britische Küstenwache befürchtet, dass die „Arctic Sea“, die unter maltesischer Flagge nach Algerien unterwegs war, von Piraten gekapert und entführt worden sein könnte.

12. August 2009: Erneut Bürgerrechtlerin im Nordkaukasus ermordet
Im russischen Nordkaukasus ist zum zweiten Mal innerhalb eines Monats eine Bürgerrechtsaktivistin – die Politikerin Sarema Sadulajewa – ermordet worden. Auch ihr Ehemann fiel dem Verbrechen zum Opfer.

11. August 2009: Erdbevölkerung über 9,1 Milliarden Menschen
Nach einer UN-Prognose wird die Weltbevölkerung bis 2050 auf über 9,1 Milliarden Menschen anwachsen. In Europa wird die Zahl von 733 auf 691 Millionen Menschen zurückgehen, in Asien von 4,1 auf 5,2 Milliarden steigen, und in Afrika wird sich die Bevölkerungszahl auf zwei Milliarden Menschen verdoppeln.

10. August 2009: Weitere ETA-Anschläge auf Mallorca
In Palma, der Hauptstadt Mallorcas, sind wieder drei Sprengkörper der baskischen Untergrund-Organisation ETA explodiert. Verletzt wurde niemand, es entstand nur leichter Sachschaden. Vor der Explosion hatte ein Anrufer im Namen der ETA die Bevölkerung telefonisch gewarnt. Die Polizei räumte mehrere Gebäude.

7. August 2009: Gedenken an Atombombenabwurf
Die japanische Stadt Hiroshima hat des Atombombenabwurfs vor 64 Jahren gedacht. Tausende Menschen versammelten sich um 8.15 Uhr Ortszeit zu einer Schweigeminute. Zu diesem Zeitpunkt hatte ein US-Bomber 1945 die erste im Krieg eingesetzte Atombombe abgeworfen. Schätzungsweise 140.000 Menschen starben unmittelbar nach der Explosion oder innerhalb weniger Monate danach. Hiroshimas Bürgermeister forderte in seinem Friedensappell – wie schon in früheren Jahren – die Abschaffung aller Atomwaffen.

6. August 2009: Kongress der Fatah im Westjordanland
Die palästinensische Fatah-Organisation hat erstmals seit 20 Jahren wieder einen Parteikongress – diesmal in Betlehem – durchgeführt. Über die radikale Hamas-Bewegung im Gazastreifen soll ein Wahlsieg erreicht werden. Israel hatte im Exil lebenden Parteimitgliedern überraschend die Einreise genehmigt: Allein 97 Delegierte sind aus dem Libanon, 30 aus Syrien eingetroffen – Länder, die formell nach wie vor im Krieg mit Israel sind.

5. August 2009: Ex-Präsident Clinton in Nordkorea
Die südkoreanische Nachrichtenagentur „Yonhap“ hat berichtet, dass der frühere US-Präsident Bill Clinton überraschend in der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang eingetroffen ist. Er wolle die Freilassung von zwei in Nordkorea inhaftierten amerikanischen Journalistinnen erreichen.

4. August 2009: Deutsches Containerschiff „Hansa Stavanger“ frei
Das viermonatige Geiseldrama vor der somalischen Küste ist beendet. Somalische Piraten haben das deutsche Containerschiff „Hansa Stavanger“ gegen ein Lösegeld von – vermutlich – 2,7 Millionen US-Dollar freigegeben. Jetzt ist der Frachter auf der Fahrt nach Mombasa und wird von einem Kriegsschiff der EU-Mission „Atalanta“ eskortiert.

3. August 2009: UN-Mandat im Sudan verlängert
Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat einstimmig die Verlängerung des Mandats für die UN-Friedenstruppen in Darfur MINUAD für ein weiteres Jahr beschlossen. MINUAD hat derzeit eine Stärke von etwa 17.000 Soldaten und Polizisten an Stelle der eigentlich erforderlichen 26.000.