Sicherheitspolitischer Kalender
Meldungen November 2006
Jede Woche neu berichtet Frieden & Sicherheit in Kooperation mit dem Report Verlag über neue Entwicklungen im In- und Ausland.30.11.2006: Bundeswehr: Abzug aus dem Kongo beginnt
Die Bundeswehr hat mit dem Abzug aus dem Kongo begonnen. Die Rückverlegung der Soldaten nach Deutschland läuft planmäßig am 1. Dezember an. Das teilte das Verteidigungsministerium mit. Bis Weihnachten sollen die deutschen Soldaten zu Hause sein. Das Mandat der EU-Truppe EUFOR zur Absicherung der Wahlen im Kongo läuft am 30. November aus. An EUFOR war die Bundeswehr mit 780 Soldaten beteiligt.
30.11.2006: NATO: Afghanistan-Diskussion
Angesichts der zunehmenden Kämpfe in Afghanistan bildeten bei der Eröffnung des NATO-Gipfels in Riga am 28. November die künftige Strategie der NATO in Afghanistan den Schwerpunkt der Diskussionen. US-Präsident Bush, NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer und der NATO-Oberbefehlshaber, US-General James Jones, untermauerten ihre Forderung nach mehr Soldaten und nach Aufhebung der Einsatzbeschränkungen für die Soldaten einiger NATO-Mitgliedstaaten. Bundeskanzlerin Merkel wies die Forderung nach weiteren Soldaten zurück, bekräftigte aber, die Bundeswehr stehe für Hilfeleistungen im umkämpften Süden von Afghanistan zur Verfügung.
29.11.2006: Irak bittet Iran um Hilfe
Der irakische Präsident Talabani hat den iranischen Präsidenten Ahmadinedschad im Rahmen eines Staatsbesuches gebeten, die Stabilisierung des Irak zu unterstützen. Ahmadinedschad sagte Hilfe zu und betonte die Bedeutung eines stabilen Irak für den Iran und die gesamte Region. Die USA und Großbritannien werfen dem Iran allerdings vor, Aufständische im Irak zu unterstützen. Unterdessen hat UN-Generalsekretär Kofi Annan erneut vor einem Bürgerkrieg im Irak gewarnt.
28.11.2006:Indien: Erneut Test einer Atomrakete
Indien hat erstmals die Mittelstrecken-Rakete Prithvi-2 erprobt. Der Flugkörper, der mit einem Atomsprengkopf bestückt werden kann, soll fähig sein, feindliche Raketen abzufangen und zu zerstören. Der Test sei erfolgreich gewesen, sagte ein Sprecher des indischen Verteidigungsministerium, weigerte sich aber, Stellung zu nehmen, ob das Ziel tatsächlich getroffen wurde.
26.11.2006: Kuba: US-Blockade vor die UNO gebracht
Kubas Außenminister Felipe Perez Roque hat erneut vor der UNO die gegen Kuba vor 47 Jahren verhängte US-Wirtschafts-, Finanz- und Handelsblockade beklagt. Der Schaden, den Kuba durch diese Maßnahme seither erlitten hat, beziffere sich auf 86 Milliarden Dollar, so der Außenminister.183 Staaten haben sich in der UNO gegen die US-Blockade ausgesprochen. Doch es bleibt ungewiss, ob die USA ihre Kuba-Politik ändern.
25.11.2006: Nahost: Waffenruhe gebrochen
Der palästinensische Präsident Mahmut Abbas und Israels Premierminister Ehud Olmert hatten sich am Abend des 25. November auf eine Waffenruhe verständigt. Doch allem Anschein nach feuern Hamas und Dschihad weiterhin Raketen auf israelisches Territorium. Sowohl die Hamas als auch der Islamische Dschihad bekannten sich zu einer Verletzung der Waffenruhe. Der israelische Verteidigungsminister Perez hat die neuen Raketenangriffe auf Israel nach Inkraftreten einer Waffenruhe als klaren Verstoß gegen die Vereinbarung eingestuft. Er sagte, dass Israel auf jeden Angriff weiterhin mit aller Härte reagieren werde.
24.11.2006: Junge SPD-Politiker wollen Abschaffung der Wehrpflicht
In der SPD ist erneut ein Streit um die Wehrpflicht entbrannt. Nach einem Bericht der Financial Times Deutschland fordert jetzt eine Gruppe junger sozialdemokratischer Politiker, die Abschaffung der Wehrpflicht im neuen Grundsatzprogramm der SPD festzulegen. Mit diesem Vorstoß wendet sich die Gruppe gegen den bisherigen Konsens in der Partei in der Großen Koalition. Hauptargument der Wehrpflichtgegner ist die angebliche Ungerechtigkeit des bestehenden Systems. Zurzeit leisten noch rund 25 Prozent eines Jahrgangs Wehrpflicht.
24.11.2006: Umfrage: Angst vor Terror
Nach einer Umfrage des US-Meinungsforschungsinstituts Gallup - es wurden mehr als 60.000 Menschen in 63 Ländern befragt - sind in Israel rund 93 Prozent der Befragten der Meinung, dass der Terror sie unmittelbar bedrohe. In Kolumbien und Indien haben 97 Prozent der Befragten Angst vor Terror. Unter den zehn Ländern mit den meisten Bürgern, die Angst vor Terror haben, sind die USA, Großbritannien, Peru, Indonesien, Türkei, Russland und Spanien. In diesen Ländern hatten über 80 Prozent der Befragten Angst vor Terror. In Albanien träfe dies nur für 20 Prozent der Bevölkerung zu. Der Gallup-Bericht spricht von 11.000 Terror-Anschlägen weltweit im Jahr 2005. Dabei kamen rund 14.600 Menschen ums Leben.
23.11.2006: NATO-Truppen in den Nordirak?
Der frühere US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, Richard Holbrooke, hat empfohlen, NATO-Truppen im Nordirak zu stationieren. Das wäre das beste Mittel, die Türkei davon abzuhalten, dort einzudringen. Die Türkei würde immer wieder versuchen, Nordirak zu besetzen, um die Rückzugsgebiete der kurdischen Arbeiterpartei (PKK) bekämpfen zu können.
23.11.2006: Irak: Höchste Anzahl von getöteten Zivilisten
Die Anzahl der im Monat Oktober getöteten irakischen Zivilisten beträgt 3 709. Das geht aus dem jüngsten Menschenrechtsbericht der Vereinten Nationen hervor. So habe man in diesem Zeitraum in Bagdad und seiner näheren Umgebung Hunderte Leichen gefunden. Augenzeugen berichten, dass die Todeskommandos militärische Uniformen und auch Polizeiuniformen getragen hätten. Die UN-Menschenrechtsorganisation verweist auf Berichte, wonach Polizei und Sicherheitskräfte von Todeskommandos infiltriert seien oder sogar mit diesen zusammenarbeiteten.
22.11.2006: Libanon: Industrieminister ermordet
In der libanesischen Hauptstadt Beirut haben Unbekannte den Industrieminister Pierre Gemayel ermordet. Da Gemayel der antisyrischen Fraktion des Libanon angehörte, wird vermutet, dass das Attentat durch den syrischen Geheimdienst oder die radikal-schiitische Hisbollah verübt worden sein könnte - auch wenn Syrien die Tat verurteilte. Beobachter fürchten jetzt eine weitere Destabilisierung des Libanon.
22.11.2006: Sudan: Neue Initiative zur Lösung des Darfur-Konfliktes
Mehrere afrikanische Staatschefs sind in Libyen zusammengetroffen, um nach Wegen zur Lösung des Darfur-Konfliktes zu suchen. Neben den Oberhäuptern des Tschad, der Zentralafrikanischen Republik, Ägyptens und Eritreas nehmen auch Vertreter des Sudan an der Konferenz teil. Es wird erwartet, dass eine Verstärkung der Friedenstruppe der Afrikanischen Union (AU) und eine mögliche Einbindung von UN-Blauhelmen auf der Tagesordnung stehen.
22.11.2006: Russland: Warnung an Finnland wegen eines NATO-Beitritts
Finnland sollte sich die Folgen eines möglichen NATO-Beitritts gut überlegen, sagte Russlands Generalstabschef, Armeegeneral Juri Balujewski gegenüber Journalisten bei seinem Besuch in Helsinki. Er hob hervor, dass nicht alle NATO-Mitgliedstaaten absolut positive Erfahrungen in diesem Bereich hätten. So mussten die neuen NATO-Teilnehmer gewissermaßen ihr eigenes Gesicht und ihre Selbständigkeit verlieren, sagte er weiter. Zudem würde ein NATO-Beitritt Finnlands die Interessen Russlands berühren.
20.11.2006: EU fordert Ende der israelischen Militäraktion im Gaza-Streifen
Das EU-Parlament hat eine sofortige Einstellung der israelischen Militäraktion im Gazastreifen gefordert. Das EU-Parlament schlägt vor, im Gaza-Streifen und im Westjordanland eine multinationale Friedenstruppe zu stationieren. In einer Resolution zum Nahost-Konflikt heißt es, die US-Regierung müsse ihre Rolle im Nahost-Konflikt überdenken, um auf ein Ende der Gewalt hinzuwirken.
20.11.2006: APEC-Gipfel in Hanoi
Beim Gipfeltreffen der 21 APEC (Asian-Pacific Economic Cooperation)-Mitglieder in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi ging es u. a. um die Nordkoreafrage und um künftige Energiesicherung. US-Präsident Bush hat den Gipfel dazu benutzt, um das nordkoreanische Atomprogramm zu thematisieren. So sollen die APEC-Staaten an Nordkorea signalisieren, dass die Verbreitung von Nukleartechnologie an feindliche Regime oder Terrornetzwerke nicht toleriert wird. Diese Initiative wurde jedoch nicht in das Abschlussprotokoll der Konferenzübernommen.
18.11.2006: NATO: NATO-Response Force nur bedingt einsatzbereit
Die NATO Response Force (NRF), die schnelle Eingreiftruppe der NATO, ist immer noch nicht voll einsatzfähig. Sie wurde auf dem NATO-Gipfeltreffen in Prag am 22. November 2002 ins Leben gerufen und soll bis November 2006 rund 25.000 Soldaten umfassen. Zurzeit zählt sie rund 17.000 Soldaten - eigentlich sind mindestens 21.000 Soldaten erforderlich, um sie voll einsatzfähig zu haben. Deutschland ist derzeit mit rund 6.700 Soldaten an der NRF beteiligt.
17.11.2006: Truppenabzug in Bosnien verzögert
Die EU-Verteidigungsminister haben ihre ursprüngliche Absicht einer Truppenreduzierung in Bosnien-Herzegowina vorerst zurückgestellt. Vorgesehen war, im kommenden Jahr die Truppenstärke von 6.500 um 1.500 Soldaten zu reduzieren. Doch angesichts der ungewissen Sicherheitslage in Kosovo mit möglichen Auswirkungen auf Bosnien haben die Minister ihre Entscheidung aufgeschoben. Vor allem Frankreichs Verteidigungsministerin unterstrich den Wert einer großen Truppenstärke auf dem Balkan, um unverzüglich bei erneuten Unruhen in Kosovo eingreifen zu können.
17.11.2006: NATO: Streit um Bundeswehreinsatz im Süden Afghanistans
Bei einer Tagung von NATO-Parlamentariern in Kanada ist nach Angaben deutscher Teilnehmer heftig um einen Einsatz der Bundeswehr im hart umkämpften Süden Afghanistans gestritten worden. Ein britischer Kollege habe den Deutschen unterlassene Hilfeleistung vorgeworfen. Durch die Weigerung der Bundesregierung, Soldaten des deutschen ISAF-Kontingents während der Operation Medusa als Verstärkung zu entsenden, sollen zwölf kanadische Soldaten gefallen sein.
17.11.2006: Somalische Kämpfer halfen Hisbollah
Die amerikanische Tageszeitung The New York Times meldet, aus einem Bericht der UNO gehe hervor, dass islamistische Kämpfer aus Somalia die Hisbollah im jüngsten Krieg gegen Israel im Libanon geholfen haben. Danach seien 720 somalische Kämpfer im Juli in den Libanon gereist, um an der Seite der Hisbollah zu sterben. Die Somalis bekamen jeweils 2.000 Dollar, und 30.000 Dollar wurden an die Familien jener ausgezahlt, die bei den Kämpfen umgekommen waren.
16.11.2006: Bundesregierung legt Bericht zur Sicherheitslage vor.
Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble und Bundesjustizministerin Brigitte Zypries haben den Sicherheitsbericht der Bundesregierung vorgelegt. Danach ist Deutschland objektiv eines der sichersten Länder der Welt. Die Gewaltkriminalität sei zwar gestiegen, das läge aber am veränderten Anzeigeverhalten, sagte Zypries. Gleichwohl gelte es, weiterhin wachsam zu bleiben, vor allem gegen terroristische Bedrohungen. Die Gewerkschaft der Polizei kritisierte das Dokument als Wohlfühlbericht und als realitätsfern.
15.11.2006: Massenentführung in Bagdad
Mit Polizeiuniformen bekleidete Aufständische haben in Bagdad ein Regierungsinstitut überfallen und Dutzende Mitarbeiter verschleppt. Es sollen über 50 Mitarbeiter gewesen sein. Die Polizei habe tatenlos zugesehen, berichteten Augenzeugen. 20 Entführte wurden mittlerweile wieder freigelassen. Das irakische Innenministerium gab kurz darauf die Festnahme von fünf ranghohen Polizeioffizieren bekannt. Diese sollen im Zusammenhang mit der Entführung stehen. Die Hintergründe sind noch unbekannt. Bei Gewalttaten und Kämpfen kamen am 14. November im gesamten Land rund 100 Menschen ums Leben.
14.11.2006: Israel droht mit militärischen Schlägen gegen Iran
Israels Premier Ehud Olmert hat bei seinem Besuch in Washington das iranische Atomprogramm an die erste Stelle seiner Gespräche gesetzt. Er sagte, sollte Iran die Forderungen der internationalen Gemeinschaft zur Einstellung seines Atomprogramms nicht erfüllen, dann werde Iran dafür teuer bezahlen. Es sei für Israel ausgeschlossen, eine nukleare Drohung zu akzeptieren; Israel habe viele Optionen, um das zu verhindern.
14.11.2006: Sudan: Milizen wüten in Darfur
In der sudanesischen Krisenregion Darfur haben regierungstreue Milizen ein weiteres Massaker begangen. Rund 30 Menschen sind nach Angaben von Truppen der Afrikanischen Union bei dem Überfall auf ein Dorf Sirba im Grenzgebiet zum Tschad ums Leben gekommen. 40 weitere wurden verletzt. Augenzeugen berichteten, dass auch sudanesische Truppen in die Gewalttaten verwickelt seien.
13.11.2006: Nahost: Empörung über Israels Angriff / USA verhindern Verurteilung Israels
Der Panzerangriff israelischer Streitkräfte im Gazastreifen auf Wohnhäuser in Beit Hanoun, bei dem 18 Bewohner getötet wurden, hat in der Welt für Empörung gesorgt. Die Islamische Weltkonferenz (OIC) hat Israel Kriegsverbrechen vorgeworfen. Die OIC appellierte an den UN-Sicherheitsrat, Maßnahmen zu ergreifen, um Israels brutale Angriffe auf das palästinensische Volk zu stoppen. Mit einem Veto haben die USA die Verurteilung Israels wegen des Angriffs im Gazastreifen verhindert. Zehn Mitglieder des UN-Sicherheitsrates stimmten für die Verurteilung, Großbritannien, Dänemark, Japan und die Slowakei enthielten sich der Stimme.
13.11.2006: Strategische Partnerschaft zwischen NATO und EU
Die Bundesregierung wurde von den Koalitions-Fraktionen von CDU/CSU und SPD im Vorfeld des NATO-Gipfels Ende November in Riga in einem Antrag (16/3296) aufgefordert, sich dafür einzusetzen, dass die Vereinbarungen zwischen der NATO und der EU den Rahmen für die strategische Partnerschaft zwischen beiden Organisationen bei der Krisenbewältigung bilden. Deutschland habe ein Interesse an einer starken NATO, die eng mit der EU zusammenarbeitet, heißt es in dem Antrag.
10.11.2006: NATO: Streit um Wiederaufbau in Afghanistan
NATO und EU streiten über den Wiederaufbau in Afghanistan. NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer kritisiert die EU, sie kümmere sich nicht genug um den Wiederaufbau gerade in jenen Gebieten, in denen die NATO die Stabilisierungsmission ISAF leite. Der Wiederaufbau sei vorrangig eine zivile Aufgabe, für die die EU zuständig sei, so Scheffer. Das eigentliche Problem ist, dass Afghanistan nicht ausreichend auf dem Radarschirm der EU ist, so Scheffer. Vor allem bei der Ausbildung und Ausstattung der Polizei in Afghanistan sollte die EU mehr tun. Die EU wies die Kritik zurück. Hintergrund des Streits ist die kritische Lage in Afghanistan. Bei NATO und EU wächst zunehmend die Sorge vor einem Scheitern der Afghanistan-Mission.
10.11.2006: Bundeswehr: Mandat für Bosnien-Einsatz verlängert
Die Bundesregierung hat das Mandat für den Bosnien-Einsatz um ein Jahr verlängert. Der Mandatsverlängerung muss aber noch der deutsche Bundestag zustimmen. Die Bundeswehr ist mit 850 Soldaten an der internationalen EUFOR-Truppe in Bosnien-Herzegowina beteiligt. Seit 1996 ist sie auf dem Balkan eingesetzt. Da sich die Lage in Bosnien-Herzegowina positiv entwickelt, soll die Anzahl der deutschen Soldaten schrittweise reduziert werden.
09.11.2006: Hamas kündigt Waffenruhe auf
Nach einem schweren israelischen Artillerieangriff auf mehrere Wohnhäuser in Beit Hanoun im Gaza-Streifen hat die palästinensische Hamas den Waffenstillstand mit Israel aufgekündigt. Radikale palästinensische Führer riefen zu Anschlägen in Israel und gegen US-Stützpunkte auf. Bei dem Artillerieangriff waren mindestens 18 Menschen, darunter zahlreiche Frauen und Kinder ums Leben gekommen. Die israelische Regierung bedauerte die zivilen Opfer und kündigte eine Untersuchung des Zwischenfalls an. Die Gespräche zwischen der Hamas und dem palästinensischen Präsidenten Abbas über die Bildung einer gemeinsamen Regierung wurden ebenfalls ausgesetzt.
09.11.2006: Verteidigungsminister Rumsfeld tritt zurück
Auf einer Pressekonferenz anlässlich der Ergebnisse bei den Kongresswahlen hat US-Präsident George W. Bush bekannt gegeben, dass Verteidigungsminister Donald Rumsfeld seinen Rücktritt erklärt hat. Nachfolger soll der ehemalige Direktor des CIA, Robert Gates werden. Beobachter sehen in dem Rücktritt Rumsfelds einen ersten Schritt zur Zusammenarbeit mit den bei den Wahlen erfolgreichen Demokraten, die einen anderen Kurs im Irak-Krieg fordern.
09.11.2006: Kenia: Schwere Bandenkämpfe in den Elendsvierteln der Hauptstadt
In dem Elendsviertel Mathera nahe der kenianischen Hauptstadt Nairobi sind schwere Kämpfe zwischen rivalisierenden Banden ausgebrochen. Vier Menschen kamen dabei ums Leben, Hunderte flüchteten aus dem Viertel. Die Polizei erschoss zwei Verdächtige. Die Mungihi-Gruppen, die aus der Mau Mau-Bewegung der 1950er Jahre hervorgingen, führen mit den in den 1990er Jahren entstandenen Taliban-Gruppen einen regelrechten Krieg um Schutzgelder. Im Gegensatz zu den afghanischen Taliban sind die kenianischen allerdings nicht religiös geprägt.
08.11.2006: Al-Maliki: Todesstrafe gegen Saddam wird noch 2006 vollstreckt
Der irakische Regierungschef Nuri Al-Maliki rechnet mit einer Vollstreckung des Todesurteils gegen den ehemaligen Diktator Saddam Hussein noch in diesem Jahr. Das sagte er in einem Interview mit dem britischen Nachrichtensender BBC. Weiterhin zeigte er sich optimistisch, dass die irakische Armee in einigen Monaten die Hauptlast der Kämpfe gegen die Aufständischen tragen könne.
07.11.2006: USA: Angriffspläne gegen Nordkorea?
Die Washington Times berichtet unter Berufung auf gut unterrichtete Kreise, dass das Pentagon nach dem nordkoreanischen Atomtest am 9. Oktober mögliche Angriffspläne gegen Nordkorea erarbeitet habe. Danach könnten US-Spezialeinheiten oder Tomahawk-Marschflugkörper eingesetzt werden, um die nordkoreanische Plutonium-Fabrik in Jongbjon auszuschalten. Der Sprecher des Pentagon unterstrich, dass die US-Regierung aber eine friedliche, diplomatische Lösung zur Beendigung des nordkoreanischen Atomprogramms anstrebe. Allerdings müssten die US-Streitkräfte jederzeit befähigt sein, jede Entscheidung der politischen Führung durchzusetzen.
06.11.2006: Darfur: Milizen richten Blutbad an
In der sudanesischen Krisenprovinz Darfur haben regierungstreue Milizen offenbar ein Blutbad angerichtet. Das berichten Vertreter der Afrikanischen Union (AU). Demnach seien Dschandschawid-Reitermilizen am 29. Oktober in acht Dörfer und Flüchtlingslager im Gebiet Jebel Moon eingedrungen und hätten 63 Menschen getötet. Unter den Opfern sollen 27 Kinder sein. Jebel Moon gilt als eine Hochburg der National Redemption Front (NRF), einer Rebellenbewegung.
03.11.06: Libanon: USA rechnen mit Putsch
In einer Erklärung der US-Regierung heißt es, die Beweise häuften sich, dass Syrien, Iran, die Hisbollah und andere Verbündete im Libanon Pläne zum Sturz der Regierung von Ministerpräsident Fuad Siniora vorbereiteten. Dies sei ein Verstoß gegen Resolutionen des UN-Sicherheitsrates und gegen die Souveränität des Landes. Nach Darstellung Washingtons gibt es Hinweise darauf, dass Syrien die libanesische Regierung davon abhalten wolle, einem internationalen Prozess gegen die Beschuldigten am Tod des früheren Ministerpräsidenten Rafik Hariri zuzustimmen.
03.11.06: Uganda: Neues Friedensabkommen unterzeichnet
Vertreter der ugandischen Regierung und der Lord's Resistance Army (LRA) haben ein neues Friedensabkommen unterzeichnet. Der ursprüngliche Vertrag sah vor, dass sich die LRA-Rebellen bis Mitte September an zwei Sammelpunkten einfinden, um dort demobilisiert zu werden. Beide Seiten verstießen aber gegen diese Abmachungen. In der sudanesischen Stadt Juba einigten sich die Konfliktparteien jetzt auf die Einrichtung von Pufferzonen um die Sammelpunkte.
02.11.06: Afghanistan: Deutscher Einsatz im Süden bestätigt
Das Verteidigungsministerium hat Berichte bestätigt, wonach Bundeswehrsoldaten jetzt auch im Süden des Landes eingesetzt sind. 21 Angehörige der Fernmeldetruppe seien seit dem 16. Oktober in den Stützpunkten Kandahar und Bagram stationiert. Der Einsatz dauere noch bis Mitte Dezember und sei durch das Mandat des Bundestages gedeckt.
02.11.06: Tschad: Erneut schwere Kämpfe
Zwischen tschadischen Regierungstruppen und Rebellen ist es im Südosten des Landes erneut zu heftigen Kämpfen gekommen. Die Rebellen der Union des forces pour la dèmocratie et le dèvelopment (UFDD) werden von der sudanesischen Regierung unterstützt. Sie sind mit modernen Flugabwehrwaffen und fabrikneuen Fahrzeugen ausgerüstet. Das legt bei Insidern die Vermutung nahe, dass die sudanesische Regierung hinter der Rebellen steht.
01.11.06: Südossetien: Sicherheitskräfte töten georgische Saboteure
Südossetische Sicherheitskräfte haben nach eigenen Angaben in der Region Dschawsky mehrere georgische Saboteure getötet. Von georgischer Seite wurde der Vorfall nicht bestätigt. Georgien wirft Russland vor, die südossetischen Separatisten zu unterstützen. Die georgischen Beziehungen zu Russland sind angespannt, nachdem mehrere russische Offiziere verhaftet worden waren.
01.11.06: Bangladesch: Unruhen fordern zahlreiche Tote
Die gewaltsamen Unruhen und Proteste gegen die Übergangsregierung in Bangladesch haben mindestens 30 Todesopfer gefordert. Die Opposition lehnt die Berufung von Präsident Iajuddin Ahmed als Chef einer Übergangsregierung ab. Die Parlamentswahlen sollen erst im Januar 2007 stattfinden.


