oben
Comenius EduMed Siegel 2011
Start>>Lehrer-Info>>Thema im Unterricht: Bundeswehr heuteAuslandseinsätze

Unterrichtsanregungen zum Magazin

Bundeswehr heute: Auslandseinsätze

Diese Doppelseite ist inhaltlich stark mit den beiden vorausgehenden verzahnt. Der Schwerpunkt liegt hier – am Beispiel des tatsächlichen Engagements der Bundeswehr – bei Grundsatzfragen internationaler Einsätze.

A) Vorschläge für den Unterricht

Recherche

Beurteilen Sie die folgenden in Afghanistan zu leistenden Aufgaben nach ihrer Bedeutung und wechselseitigen Abhängigkeit und recherchieren Sie, auf welche Weise Deutschland hier mitwirkt:
  • Herstellung von Sicherheit
  • Entwicklungshilfe, Besserung der ökonomischen Situation
  • Unterstützung des Aufbaus einer eigenen Polizei und Armee
  • Verhandlungen zwischen der afghanischen Regierung und den Taliban
  • Verhinderung des Opiumanbaus
  • Gewinnung der Bevölkerung für den neuen staatlichen Aufbau

Schaubilder

  • Welche Einsatzarten werden in den Schaubildern „Beteiligung der Bundeswehr an internationalen Friedensmissionen“ und „Einsatzmaßnahmen der Vereinten Nationen“ (hier im Magazin als Text / kein Schaubild!) unterschieden? Halten Sie die Unterschiede der vier Maßnahmen der Vereinten Nationen in einem Tafelbild fest.
  • Wenden Sie diese Kategorien auf unterschiedliche Auslandseinsätze der Bundeswehr an, zum Beispiel im Kosovo, vor der libanesischen Küste oder am Horn von Afrika. Inwieweit ergeben sich Überschneidungen zwischen den vier Kategorien? Wer legt die Art des Auftrags fest?

B) Vertiefung

Umfrage

„Soll sich die Bundeswehr an Auslandseinsätzen beteiligen?“ Zu dieser Frage soll sich eine Schulklasse äußern. „Ja“, „Weiß nicht“, „Nein“ lauten die Antwortmöglichkeiten. Gut die Hälfte der Bundesbürger weiß zu den Auslandseinsätzen wenig Konkretes. Dennoch steht sie ihnen unterm Strich positiv gegenüber. „Freundliches Desinteresse“ vermag der Bundespräsident Horst Köhler bei der Mehrheit der Deutschen auszumachen. Die neueste Studie im Auftrag des Sozialwissenschaftlichen Instituts der Bundeswehr von 2008 – unternommen vom Meinungsforschungsinstitut Emnid – kommt zu teilweise anderen Ergebnissen. Sie konstatiert:
  • eine überwiegende Zustimmung in der Bevölkerung zur Wehrpflicht (42 Prozent sehr positiv, 28 Prozent eher positiv, 30 Prozent ablehnend),
  • hohes Vertrauen gegenüber der Bundeswehr (hinter Polizei und Bundesverfassungsgericht, aber vor Kirchen, dem Bundestag und der Bundesregierung),
  • mehrheitliche Unterstützung der Auslandseinsätze und
  • Zustimmung zum Afghanistan-Einsatz bei drei von vier Deutschen.
    Wie stehen Sie in der Klasse dazu? Machen Sie selbst eine Befragung bei Mitschülern, etwa in Parallelklassen, und werten Sie diese aus.

Beobachtungsaufgabe

Kriege werden heute nicht allein im Kampf, sondern auch „auf dem Feld der weltweiten öffentlichen Meinung gewonnen oder verloren“.
(Donald Rumsfeld, bis 2006 US-amerikanischer Verteidigungsminister, zitiert in: Hans-Joachim Reeb: „Mittler oder Macher?“ Y. Magazin der Bundeswehr, Mai 2007, S.17)

Es ist zum Beispiel ein Unterschied, ob sich das Medieninteresse besonders auf die Opfer – tote und verletzte deutsche Soldaten in Afghanistan, Opfer in der Zivilbevölkerung – oder auf die etwaigen Erfolge in der Stabilisierung der gesellschaftlich-politischen Situation und die erreichten Verbesserungen konzentriert.
  • Einzelarbeit: Beobachten Sie über zwei Wochen im Fernsehen und in anderen Medien die Nachrichten über Afghanistan und kategorisieren Sie diese.
  • Wie versuchen Kriegsparteien, die Medien zu instrumentalisieren? Ziehen Sie zur Beurteilung auch die folgenden beiden Texte heran:
    „Mehr als die Hälfte dieses Kampfes findet auf dem Schlachtfeld der Medien statt. Wir befinden uns in einem Medienkrieg um die Herzen und Köpfe der Muslime.“ (Aiman Al-Sawahiri, Stellvertreter Osama Bin Ladens, zitiert in: Hans Joachim Reeb: „Mittler oder Macher?“, siehe oben, S.17)
    „Auf diese Weise wollen die US-Streitkräfte eine ‚informationelle‘ Überlegenheit erreichen (…).Neben scheinbar neuen Instrumenten wie dem ‚embedded journalism’ wurden bereits erprobte Maßnahmen zur Einflussnahme auf Medien, Bevölkerung und gegnerische Streitkräfte eingesetzt – von der Zensur über Desinformationskampagnen bis zur vorgeblich sachorientierten Bereitstellung von Bildmaterial und Nachrichten.“ (Martin Löffelholz, „Kriegsberichterstattung in der Mediengesellschaft“, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, 16-17/2007, 16. April 2007, S. 27)