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Comenius EduMed Siegel 2011
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Unterrichtsanregungen zum Magazin

Bundeswehr heute: Grundwehrdienst

Die Doppelseite informiert konkret über die derzeitige Regelung der Wehrpflicht und die Begründung, warum die Bundesregierung an ihr festhält. Es werden sowohl Argumente für als auch gegen die Wehrpflicht vorgestellt.

A) Vorschläge für den Unterricht

Textauszug

„Wenn wir heutzutage an militärischen Eingriffen in Afghanistan uns beteiligen, dann geschieht es in Übereinstimmung mit unserem Grundgesetz, in Übereinstimmung mit dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen – und gemeinsam mit unseren Verbündeten. Man kann über solche Einsätze streiten. Jedoch jeder Soldat, jeder Rekrut darf sich darauf verlassen. Auch künftig werden Bundestag und Bundesregierung unsere Streitkräfte nur im Gehorsam gegen das Grundgesetz und nur im Gehorsam gegen das Völkerrecht einsetzen.

Liebe junge Soldaten! Ihr habt das große Glück – ganz anders als ich als Rekrut des Jahres 1937. Ihr habt das Glück, einer heute friedfertigen Nation und ihrem heute rechtlich geordneten Staat zu dienen. Ihr müsst wissen: Euer Dienst kann auch Risiken und Gefahren umfassen. Aber Ihr könnt Euch darauf verlassen: Dieser Staat wird Euch nicht missbrauchen.“ (Helmut Schmidt auf der Berliner Gelöbnisfeier am 20. Juli 2008, FAZ, 22. Juli 2008)
  • Warum hat man für das Gelöbnis in Berlin den 20. Juli als Datum gewählt?
  • Was ist der Hauptgedanke, den Altbundeskanzler Helmut Schmidt gegenüber den jungen Rekruten thematisiert hat? Worauf stützt er seine Überzeugung, dass die Soldaten der Bundeswehr nicht missbraucht werden?
  • Erläutern Sie Schmidts biografische Bezüge (Rekrut im Jahr 1937) im Hinblick auf das Thema Missbrauch.

Erörterung

Die Zahl der Schulabgänger wird laut einer Jugendstudie der Bundeswehr stark abnehmen. Außerdem wollen immer weniger junge Leute in relativ festen Strukturen arbeiten, wie sie eine militärische Laufbahn mit sich bringt. Selbstverwirklichung und Individualität treten in den Vordergrund. Immer wichtiger wird auch die Frage, wie sich Beruf und Familie miteinander vereinbaren lassen. „Wirtschaftswachstum, Bevölkerungsrückgang und Wertewandel sind die großen Herausforderungen der Zukunft (…). Demgegenüber stehen Transformation und Verkleinerung der Bundeswehr und die Zukunft der Wehrpflicht.“ (Jugendstudie des Sozialwissenschaftlichen Instituts der Bundeswehr 2007)
  • Erörtern Sie die Thesen dieser Jugendstudie. Inwieweit kann sich die Klasse damit identifizieren?

B) Vertiefung

Fachübergreifendes und fächerverbindendes Arbeiten

Die preußische Heeresreform unter Scharnhorst (1875 -1913): Scharnhorst war, zusammen mit Gneisenau, der entscheidende Organisator der preußischen Heeresreform. Er erkannte die Zusammenhänge zwischen gesellschaftlichen Veränderungen und Militärreform.
  • Erkunden Sie mithilfe des Geschichtsbuches – oder in Form eines Referates – die Ziele und Wege dieser Reform, die weg vom Söldnerheer der absolutistischen Epoche führten.

Unterrichtsgespräch

  • Bieten die historischen Beispiele Argumente für die aktuelle Diskussion zur Wehrpflicht? Inwieweit unterschiedet sich die „Parlamentsarmee“ Deutschlands von diesen Beispielen?